Samyaa Savira Unfreier Bauer

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.12.2010 Beiträge: 60 Wohnort: Taverne / Avalon
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Verfasst am: 28.12.2010, 02:12 Titel: Samyaa Savira - die Gauklerin |
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Samyaa, die Gauklerin!
In einem kleinen Ort tief im Süden der Welt hatte eine Sippe Gaukler ihr Lager aufgeschlagen. Viele Generationen lebten dort und jeder sorgte für den Anderen.
Dort wurde ich geboren und mir wurde der Name Samyaa gegeben.
Meine Kindheit war unbeschwert und ich lernte von meinen älteren Brüdern und Schwestern spielend das Gaukeln. Für mich war es noch ein Spiel, das mir große Freude bereitete. Aber schon bald sollte es mich und meine Sippe ernähren.
Mein Vater nahm mich schon als kleines Kind auf die Schultern und ich stand auf einem Bein und hob noch dabei die Arme und winkte den Leuten zu, die uns dafür ein paar Kreuzer schenkten.
Um mich herum waren immer meine jüngere Schwester Sery und ein Junge namens Malas, der am selben Tag das Licht der Welt erblickte wie ich. Wir Drei machten fast alles zusammen und waren unzertrennlich.
Malas war mehr der Stillere von uns, Sery ein aufgewecktes Mädchen und ich versuchte zwischen den Beiden meine Rolle einzunehmen, was nicht immer einfach war. Wir schworen uns niemals zu trennen.
So gingen viele Monde ins Land und die Sippe wurde immer größer und konnte uns alle nicht mehr ernähren, da auch die Bauern nicht mehr genug für uns hatten, wenn wir um das Feuer tanzten und unsere Künste zeigten.
Ich entschloss mich die Sippe zu verlassen und in die Welt zu ziehen um sie mit Kreuzer zu unterstützen. Malas packte auch sein Bündel und zog mit los. Sery zögerte noch und weinte sehr, als wir Allen nochmals winkten und loszogen ins Ungewisse.
Lange Zeit waren wir unterwegs, sahen andere Märkte, die sehr bunt und fröhlich waren und kamen in große Städte. Dort waren die Menschen anders gekleidet und sprachen auch andere Sprachen. Aber alle verstanden unsere Sprache des Gaukelns, Lachens und Fröhlichsein und so füllten sich unsere Beutel mit Kreuzern und ab und an war auch mal ein Taler dabei.
An einem regnerischen Abend kamen wir in einer neuen Stadt an und ich klopfte an das Tor. Ein Wächter öffnete und fragte was ich hier verloren habe?
"Ich bin müde und hungrig und es regnet so stark - habt ihr nicht eine kleine Hütte für mich und meinen Begleiter?"
Der Wächter schaute mich und Malas von oben bis unten an und hatte wohl Erbarmen und öffnete das Tor und zeigte einen Schuppen, der mit Stroh ausgelegt war. Der Schlaf war sofort zugegen und ich hatte eine traumlose Nacht.
Am nächsten Morgen kroch ich aus dem Stroh und sah Malas schon am Brunnen stehen und sich waschen. Ich eilte zu ihm und sah erst jetzt bei der Helligkeit das schöne Land. Ich zog mir frische Gewänder an wusch mich im Bachlauf, wie ich es von zuhause aus gewohnt war.
Der Wächter stand wieder am Tor und ich lief hin und fragte, ob ich wohl in diesem schönen Lande bleiben dürfte und deutete auch auf Malas.
Er sagte kein Wort, aber seine Finger zeigten mir, das wir ihm wohl folgen sollten und so liefen wir einen steilen Berg hoch. Dort sah ich ein großes Schloss und mir wurde Angst und Bange. Schlösser haben doch auch immer einen Kerker...
Im Schloss angekommen saßen auf wunderbaren Stühlen zwei feine Edelfrauen und der Wächter nannte sie Königin Linde und Herzogin Jil. Dann ging er wieder brummelnd des Weges.
Ich machte den tiefsten Knicks in meinem Leben und ich sah, das auch Malas in die Verbeugung ging. So harrte ich aus und hoffte bald aufstehen zu dürfen.
"Was ist Euer Begehren?" hörte ich eine Stimme fragen und schaute aus meinem Knicks vorsichtig hoch. "Erhebt Euch" sagte die andere Stimme und ich stand auf und senkte noch immer die Augen. Aus dem Augenwinkel sah ich, das auch Malas aufgestanden war und noch auf den Boden schaute. Ich drehte verlegen an einem Stück Stoff meines Kleides und dann fing ich einfach das Tanzen an und Malas holte die Violine heraus und spielte wie ein Teufel. Ich dachte schon, die Saiten springen.
Schnell eilten durch die Melodien andere vom Schloss herbei und sahen wie ich tanzte und hörten der Musik zu.
Die Königin und die Herzogin lächelten und standen von ihren weichen Stühlen auf und kamen näher zu uns.
Die Königin sprach: "Seid Willkommen in Carima du hübsches Kind und auch ihr, der ihr so gut die Violine beherrscht". "Unterhaltet das Volk, es gibt viel zu tun und fühlt Euch wohl".
Seit diesem Tag lebe ich in Carima. Ich lese dem Volk aus der Hand und manchmal hole ich meine Kristallkugel hervor und sehe in die Zukunft.
Ich bin geschickt mit dem Einrad unterwegs, jongliere mit allen möglichen bunten Dingen, laufe auf Stelzen, tanze, das mir fast die Schuhe brennen und spiele viele Musikinstrumente.
Wir haben auch die Taverne in der Stadt dann später übernommen zur Bewirtschaftung und unterhalten die Gäste.
Malas verunglückte bei dem Todessprung und konnte danach nicht mehr gaukeln. Sery hat einen anderen Gaukler kennengelernt, heiratete ihn und bekam viel Kinder in einer anderen Stadt.
Amira stand eines Tages in der Taverne und ich sah, das auch sie sehr geschickt war im Spielen von Instrumenten und ich habe sie das gaukeln gelehrt...
Niemals vergesse ich meine Sippe und ich lasse ihnen immer Kreuzer zukommen, damit sie gut über den Winter kommen.
Es grüßt Euch von Herzen Eure
Samyaa _________________ Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich... |
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