Andrion Acker Landstreicher

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.12.2010 Beiträge: 3 Wohnort: Drachenberg
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Verfasst am: 28.12.2010, 00:17 Titel: Bragg, Drache |
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Gegenwart:
Ein grosser Verlust
Langsam hebt Bragg den Kopf. Immer noch nicht an die menschliche Gestalt gewöhnt, sieht diese Bewegung für Unwissende seltsam und fremd aus. Kreidebleich schaut er in die Ferne, seine Augen füllen sich mit Tränen... Dann senkt er wieder den Blick. Hinab auf Emily. "Nein, das kann nicht sein..." Wieder schüttelt er den Kopf. Die salzigen Tropfen rinnen nun wie kleine Bäche seine Wangen hinab. Bragg beachtet sie nicht. "Warum du, und nicht ich..." Es klingt wie eine Anklage. "Warum nicht wir beide". Emily liegt in Braggs Armen, die Augen geschlossen . Ihr Gesicht strahlt Ruhe und Frieden aus. Lange hält Bragg sie so fest, wiegt sie wie ein kleines Kind und weint leise vor sich hin. "Wach bitte wieder auf, bitte.". Doch Emily wacht nicht mehr auf, sie ist von ihm gegangen, für immer...
Ein Entschluss
Einige Tage später steht Bragg auf einem Hügel in seiner wahren Gestalt. Aber der einst so stolze und furchteinflössende Drache sieht gebrochen aus.Er dreht seinen Kopf,schaut hinter sich auf die lodernden Flammen,die Emilys sterbliche Hülle verzehren."Verzeih mir, meine Gefährtin. Ich habe nicht für dich Sorgen können." Bragg schluckt. "Ich habe mein Versprechen gebrochen, und bin nicht mit dir gestorben. Was ist nur los mit mir? Warum passiert mir so etwas?". Ein lauter,verzweifelt klingender Schrei entfährt seiner Kehle.Er hallt als mahnendes Echo von den nahen Bergen zurück, ein Schwarm Vögel steigt aufgeschreckt aus dem Wald auf. "Und was nun?" denkt Bragg. Er schliesst die Augen. "Ich muss Silke mitteilen was mit ihrer Mutter passiert ist. Sie muss es erfahren. Und ich muss herausfinden, was mit mir geschehen ist. Mein Entschluss steht fest!" Mit ernstem Gesicht schaut er nocheinmal das lodernde Feuer an, dreht sich nach einer Weile um, breitet seine mächtigen Schwingen aus und erhebt sich behende in die Luft. Ohne zurück zu schauen, aber mit traurigen Blick fliegt Bragg in Richtung Carima davon.
Vergangenheit:
Kapitel -1- Aufbruch
"Gawain! Kommst du jetzt her? Musst du dich denn immer prügeln???" Gawains Mutter Niamh ging strammen Schrittes über den Hof und versuchte ihren Zögling zu packen, was angesichts der drei um sich schlagenden Jungen gar nicht so einfach war. Schliesslich bekam sie ihren Sohn zu fassen und zog ihn aus dem Knäuel heraus. "Morgen hast du Geburtstag, und es ist deine Weihe. Aber du hast nichts besseres zu tun, als dir hier blaue Flecken und Kratzer zu holen!" - "Mutter, ich will nicht" erwiderte Gawan patzig. "Nichts zu machen, du kommst mit". "Es war doch nur Spass!". Wortlos schauten die beiden anderen Jungs Gawain hinterher, der sich widerwillig hinter seiner Mutter her ziehen lies. Kaum im Haus angekommen, folgte das Donnerwetter. "Immer dasselbe, gibts irgendwo eine Rauferei, bist du dabei. Aber das, mein Lieber, gehört ab morgen der Vergangenheit an. Bist du ersteinmal bei den Knappen, ists vorbei mit Unfug machen. Wenn dein Vater dich so sehen könnte, er würde sich im Grabe rumdrehen!" Gawains Vater war vor einem Jahr bei einem Überfall von Nordmännern getötet worden. Seitdem führte Niamh den Hof mit einem Knecht alleine. Da war Gawain 4 Jahre alt. Er hatte mit ansehen müssen, wie der Hof in Brand gesteckt wurde und geliebte Menschen starben. "Ich mag aber nicht zu den ollen Drachen. Die stinken und machen mir Angst, Mama" - "Willst du nicht einmal deinen Vater rächen?" murmelt Niamh, während sie mit einem Tuch die Kratzer im Gesicht von Gawain abtupfte. War sie am Anfang noch Feuer und Flamme dafür, dass ihr Sohn zu den Rittern der Lüfte geht, so überkamen sie alsbald Zweifel. Aber Niamh war eine Frau, die das zu Ende bringt, was sie angefangen hatte. Gawain war ja nicht aus der Welt. Der Drachenhort, so nannten sie die Festung der Drachen, war etwa eine halbe Tagesreise entfernt. "So, nun geh dich noch waschen, wir essen gleich. Und sag bitte Hans Bescheid." Hans, der etwas einfach gestrickte, aber sehr fleissige Knecht, war auf dem Feld hinter dem Haus. "Ja Mama", brummelt Gawain und schlufte meckernd zur Hintertür hinaus.
Gawain seufzte, als er Hans sah. "Dieser Einfaltspinsel, ich frage mich, warum Mama ihn behalten hat" dachte er, als plötzlich ein Schatten über das Feld huschte. Ein riesiger Schatten. Gawain blickte hinauf, konnte aber gegen die hochstehende Sonne nichts erkennen. Da, wieder der grosse Schatten, und wieder nichts zu erkennen. Geblendet von der Sonne wendete sich Gawain ab. Dann hörte er es. Langgezogene Flügelschläge. Und sie wurden lauter. Gawain, noch immer geblendet, schaute mit zusammengekniffenen Augen wieder nach oben. Und erschrak! Ein riesiges Monster setzte zur Landung an. Ein Drache! "Bei den Göttern!" rief Gawain verängstigt. Er ging einige Schritte rückwärts und stolperte über seine eigenen Füsse. Schmerzhaft landete er auf seinem Hosenboden. Den Mund vor Erstaunen weit geöffnet beobachtete er, wie der Drache auf dem Feld landete und in einer dichten Staubwolke verschwand. Hans war in der zwischenzeit im nahen Wald verschwunden. Er hatte Fersengeld gegeben, als er erkannte, was da vom Himmel kam. Der Staub, aufgewirbelt durch den Luftzug, den die mächtigen Schwingen erzeugten, lichtete sich langsam. Da sah er ihn. Ein mächtiges Wesen, mit blau und schwarz schimmernden Schuppen, einer wundervollen Bemalung an den Flanken und gelben Augen, die Gawain sofort fixierten. Der Drache drehte sich und kam auf ihn zu. Da erkannte er den Reiter auf seinem Rücken. Ein ebenfalls in Blau und schwarz gekleideten Mann. Wie gelähmt sass Gawain immer noch auf der Erde, unfähig, auf die Beine zu kommen. Sie schienen aus Gummi zu ein. "Er will mich fressen!" schoss es ihm durch den Kopf. Kaum hatte er den Gedanken zu Ende gebracht, fing er mit aller Kraft an zu schreien... Er kreischte, als wenn es kein Morgen geben würde. Den Drachen samt seinem Reiter liess das kalt. Etwa eine Drachenlänge vor Gawain blieb er stehen, schnaufte einmal und murmelte seinem Reiter etwas zu, was Gawain aber nicht verstand. Abrupt hörte er mit dem schreien auf. "Hat der Drache da gerade gesprochen?" fragte er, mehr zu sich selbst. Der Drache legte den Kopf schief und sah ihn an. In dem Moment ging die Hintertür des Hauses auf und Niamh erschien in der Tür. "Was schreist du denn..." Weiter kam sie nicht. Stocksteif blieb sie stehen und schaute das Monster an. Der Mann auf dem Rücken des Drachen lächelte gütig. "Ihr braucht keine Angst zu haben. Ich bin Durell, Drachenritter und Mentor." Mit diesen Worten stieg er aus seinem Sattel, klopfte seinem Drachen den Hals und ging auf Gawain zu. Er war noch immer wie paralysiert. Durell beugte sich über ihn, reichte ihm seine Hand und sagte:"Komm junger Knappe, es geziemt sich nicht, im Staub zu liegen. Erst recht nicht vor einem Drachen. Sie heisst übrigens Oidhche." Gawain bekam grosse Augen. "Sie?!" Bisher hatte Gawain immer gedacht, alle Drachen wären männlich und stark. Das lehrte ihn nun eines besseren. Er liess sich aufhelfen. Niamh hatte sich nach dem ersten Schreck gefangen und kam hinzu. Wie es sich für eine gute Mutter gehört, klopfte sie Gawain gleich den Staub von der Hose. "Mamaaaaa." "Du kannst doch nicht so dreckig vor einem Ritter stehen" - "Lasst gut sein" sagte Durell in einem freundlichen Ton. Er wird nachher sowieso baden müssen. Erschreckt sah Niamh Durell an. "Ihr wollt ihn mitnehmen?" - "Wenn das Gawain ist, ja. Er soll morgen geweiht werden, oder nicht?" - "Ja, aber ich dachte... Ich... Ich sollte ihn zu euch in die Feste bringen..." Niamhs Stimme überschlug sich fast. Ihre ganze Planung, ihr Abschied von ihrem kleinen Jungen... "Nein, wir kommen unsere neuen Schützlinge alle selbst abholen. Hat man euch das nicht gesagt?" Schweigen. "Offensichtlich nicht" Niamh stand auf, stellte sich hinter ihren Sohn und legte die Hände auf seine Schultern. "Nunja, Sir, wenn es sein muss..." Gawain schaute an Durell vorbei Oidhche an. Auf diesem... Tier... sollte er gleich mitfliegen? Ein Mischung aus grosser Neugier und Angst machte sich breit. Gawain löste sich von seiner Mutter und ging auf den Drachen zu. "Darf ich?" fragte er im Vorbeigehen Durell. "Oidhche wird dir schon sagen, ob sie das erlaubt oder nicht. Mutig ging Gawain weiter auf den Drachen zu. Oidhche senkte den Kopf, ihre Augen leuchteten in der Sonne wie zwei helle Bernsteine. Gawain war bis auf eine Armlänge herangekommen, als er stehenblieb. Oidhche musterte den kleinen Menschen, fast schon ein wenig abfällig meinte sie dann mit dunkler Stimme. "Nicht viele trauen sich so schnell so nah an eine Drachin heran. Respekt, kleiner Mensch." Gawains Kniee zitterten. "N..nein?" stotterte er. "Nein. Das ist ein gutes Zeichen." - "Darf ich dich berühren?" Oidhche verdrehte die Augen."Du wirst nachher noch auf mir sitzen, da kannst Du mich anfassen." Arrogant hob sie den Kopf und schaute in Richtung Wald. Aus einem Gebüsch heraus beobachtete Hans das Geschehen. Als er merkte, das die Drachin ihn beobachtete, zog er den Kopf wieder ein und war verschwunden. "Sie ist manchmal etwas grimmig, Gawain" sagte Durell."Aber geh nun zu deiner Mutter, ein paar Sachen zusammenpacken." Gawain nickte und stapfte zu seiner Mutter. "Er braucht nicht viel, werte Frau, die Kleidung wird er bei uns bekommen." Niamh nickte, nahm ihren Sohn an die Hand und verschwand im Haus.
Kurz darauf fand sich Gawain auf dem Rücken der Drachin wieder. Es schwankte fürchterlich, als sie aufs offene Feld hinausgehen. Niamh blieb traurig zurück und winkte ihnen hinterher. Gawain aber war zu aufgeregt um auf die Gefühle seiner Mutter ein zu gehen. Er drehte sich herum, winkte noch einmal freudig zurück. Dann ging es los. Oidhche breitete ihre Schwingen aus und begann kräftig zu schlagen. Gawain spürte die kräftigen Muskeln unter dem Sattel und bekam grosse Augen. "Festhalten!" rief Durell. Er zog die Zügel an und Oidhche hob mit einem mächtigen Flügelschlag ab. Gawain wurde es mulmig, hatte sich dann aber schnell gefangen. Er flog! Wie ein Vogel. Schnell wurde Niamh kleiner. Er winkte ihr noch einmal zu, um sich anschliessend voll dem Drachenflug hin zu geben. Sie stiegen immer höher, bis die Kühe aussahen wie Ameisen. "Na, wie gehts dir hier, Gawain?" fragte Durell ihn. Er musste lauter sprechen, denn obwohl sich Oidhche scheinbar mühelos in ihrem Element bewegte, fegte der Wind ihnen ins Gesicht. "Mir... Mir geht es gut, danke Sir! Wie lange werden wir unterwegs sein?" - "Ich denke, eine gute Stunde, wenn wir es gemütlich angehen. Was meinst du, Oidhche?" Ein zustimmendes Brummen war zu vernehmen. Gawain nahm es eher über den Sattel war, als über seine Ohren. So flogen sie Richtung Westen davon.
Niamh stand in der Tür, Tränen rannen über ihre Wangen. Sie wusste, sie würde ihren Sohn lange Zeit nicht wiedersehen. Schluchzend ging sie ins Haus und schloss die Tür hinter sich.
Kapitel -2- Ein neues Leben
Gawain hatte seine Mutter für den Moment vergessen. Zu stark waren die Eindrücke, die auf ihn einprasselten. Der Wind, die Landschaft, die Wolken, Oidhche mit ihren schimmernden Farben. Es war herrlich. Durell sass hinter ihm und hielt ihn fest. Der breite bequeme Sattel war rutschig, und Gawain noch zu klein, um sich mit den Beinen fest zu klammern. Die Zügel hingen locker an einem Bügel. Gawain bemerkte es und fragte Durell danach. "Oidhche ist kein Pferd. Sie weis, was sie tut, und was sie will. Drachen sind keine Tiere. Sie sind intelligent und wissen meistens schon im Vorraus, was du als Reiter von ihnen möchtest. Es kommt aber auch vor, dass sie gar nicht auf dich reagieren, aber das hat meistens einen Grund. Du musst lauschen, hören, was der Drache dir mitteilt, dazu brauchst du nicht mit ihnen zu reden." Oidhche brummte wieder. "Ja, er ist sehr jung, aber er wirds lernen, Oidhche." sagte Durell in einem beifälligen Ton. "Kann er... sie Gedanken lesen?" fragte Gawain ungläubig. "Ich weis nicht, ob man es Gedankenlesen nennen kann. Aber ich denke, es wird so etwas ähnliches sein. Drachen können dir Bilder zeigen, Gawain, wenn du dafür empfänglich bist. Aber das werden wir herausfinden. Hopp mein Mädchen, ein wenig schneller, es kommt schlechtes Wetter und ich möchte nicht nass werden!" Oidhches Flügelschlag wurde sofort stärker. Der Wind drückte nun fester gegen die beiden Menschen. Unwillkürlich zog Gawain den Kopf ein. "Schau Gawain, das ist die erste Lektion. Beobachte das Wetter. Es gibt nichts gefährlicheres, als in einem Gewitter fliegen zu müssen." Durell deutete auf den Horizont vor ihnen. Dunkle Wolkenberge türmten sich auf. Gawain nickte, wobei er sich nicht vorstellen konnte, warum ein wenig Regen ihnen so schaden sollte. Er spielte oft bei nassem Wetter draussen herum. Nein, das musste anstellerei sein.
Sie kamen gut voran. Bald tauchte in der Ferne die Festung Drachenhain auf. Das Ziel der Reise. Eine weitflächige Anlage mit hohen Türmen, bewehrt mit Ballisten, die warnend in den Himmel zeigten. Oidhche zirkelte geschickt zwischen ihnen hindurch. Gawain jauchzte vor Spass. Sie landeten auf einem grossen Platz im Zentrum der Feste. Hier standen einige Gebäude, die aussahen wie zu gross geratene Pferdställe.
Etwas verkrampft und mit weichen Knien kletterte Gawain vom Rücken des Drachen hinab. Durell folgte ihm. Gawain blieb noch einen Moment bei Oidche stehen. "Danke dir!" sagte Gawain. Die Drachin drehte erstaunt den Kopf. "Du Dankst mir?" brummte sie. Durell lachte leise und sagte dann zu Gawain: "Wir bedanken uns nicht bei den Drachen. Sie könnten das als Beleidigung auffassen." Fragend sah Gawain Durell an. "Ich weis es nicht, Gawain. Es war seit je her so, und wird wohl immer so sein. Komm, wir müssen weiter" Mit diesen Worten nahm Durell Gawain an die Hand und sie gingen quer über den Platz. Oidhche schnaufte abfällig und schaute den beiden hinterher.
Sie gingen auf ein grosses, mehrstöckiges Steingebäude zu. "Wo gehst du mit mir hin?" - "Zur Kommandatur. Mein Vorgesetzter muss doch wissen, dass wir einen neuen Knappen haben." Durell lächelte Gawain an. Am Eingang angekommen öffnete er die schwere, eisenbewehrte Eichentüre. "Komm" Sanft zog er Gawain hinter sich zur Tür hinein. Als die Tür ins Schloss fiel schlug ihm der Geruch von Leder ins Gesicht. Nicht unangenehm, aber doch ein wenig streng. Neugierig sah Gawain sich um. Durell ging zu einem Tresen, der rechte Hand vom Eingang war. "Hallo Eric. Ist Kommandat Azuel zugegen?" Eric sah von seinen Unterlagen auf, die er intensiv studierte. "Ja, er sollte oben sein." Er deutete die Treppe hinauf und wandte sich wieder seinen Aufzeichnungen zu. Gawain beobachtete die beiden aus einigem Abstand. Durell wendete sich ihm zu. "Komm, Gawain." Gawain gehorchte und folgte ihm die Treppe hinauf. "Warum riecht es hier so ... komisch?" fragte Gawain Durell, als sie die breite Treppe hinaufstiegen. "Hier im Haus befindet sich das Zeuglager. Sättel, Zaumzeug, Rüstungen. Alles das befindet sich unten in einem grossen Lager. Und Eric ist der Lagermeister." Durell grinste. "Er sieht zwar brummig aus, und tut immer wichtig mit seinen Magazinformularen... Aber die meiste Zeit liegt er zwischen "seinem" Zeug." Gawain wunderte sich. "Und das darf er? Ich hätte mords den Ärger bekommen." - "Du wirst noch einige Leute hier kennenlernen, die etwas... seltsam sind." Sie hatten den oberen Treppenabsatz erreicht. "So, Gawain, wir gehen jetzt zu Azuel. Er ist der Kommandeur der Ausbildungsabteilung. Ihm unterstehen alle Mentoren und Knappen. Was er sagt ist ohne Fragen zu befolgen! Und ganz wichtig: Du sprichst nur, wenn du gefragt wirst. Haben wir uns verstanden?" Gawain nickte. "Gut, dann komm."
Sie schritten den Gang hinab und blieben vor einer schweren Eisentür stehen. Durell holte aus und schlug mit seiner Faust gegen sie. Sein Handpanzer schepperte metallisch. "Herein!" Die Stimme klang dunkel und gedämpft durch die schwere Tür. Durell öffnete sie und die beiden traten ein. Hinter einem grossen Schreibtisch saß ein alter Mann. Er hatte schneeweisse Haare, seine Rüstung war in Rot und Gold gehalten. Drachenrunen zierten ihn. Ein paar wache Augen fixierten zuerst Durell und dann Gawain. "Meister." Durell verneigte sich tief. Gawain beeilte sich, es ihm gleich zu tun. Azuel nickte kurz. "Was führt euch her?" Azuels Stimme war dunkel, geheimnisvoll und doch voller Wärme. "Meister, das hier ist Gawain, ein auserwählter aus der Grafschaft Tatzelfels. Ich möchte ihn euch vorstellen." Mit diesen Worten schob er Gawain nach vorne. Gawain, ganz verdutzt, stolperte und landete auf den Knien. Azuel sprang behende auf. "Junge, alles in Ordnung?" "Ja, Meister" Gawain rappelte sich wieder auf, verneigte sich tief. Azuel setzte sich wieder und fragte: "Weist du, was auf dich zukommt?" - "Nein, Meister, ich meine ja, ich habe schon so einiges gehört." - "Soso, gehört." Azuel schmunzelte. "Nun gut. Durell, du wirst Mentor von Gawain. Pass gut auf ihn auf. Ihr dürft gehen!" Azuel offnete ein Buch, schrieb etwas hinein und deutete mit einer Handbewegung an, dass die beiden gehen konnten.
(to be continued) _________________ et kütt, wie et kütt... |
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