Mederia Seerose Bettler

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.12.2010 Beiträge: 16 Wohnort: Elbenlande und Drachenberg
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Verfasst am: 28.12.2010, 00:13 Titel: Mederia Seerose im Elbenland |
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Vorausgeschickt: Ich kopiere meine alten Einträge sowohl aus der Spielervorstellung als auch aus dem Elbenforum betreffs Mederia hierher, damit der Interessierte sie auch weiterhin lesen kann. Das heißt, dass alle Beiträge unter dem Datum 28.12.2010 bereits früher entstanden - teils anderthalb Jahre zuvor.
Mederias Geschichte in Carima – die Posts
31.05.09
Selbst Mederia weiß nichts von der Szene, die im Folgenden hier geschrieben steht. Aber sie ist ein kleiner, erster Splitter ihrer Geschichte und birgt Dinge, die ein aufmerksamer Beobachter und Zuhörer vielleicht schon erahnt hat:
Feyana blickte von dem runden Wasserbecken auf. Rot spiegelte der Marmor des Pavillions die Abendsonne wieder, golden reflektierte er den Schuppenpanzer ihres Gefährten.
Die Elbin lächelte. „Ihr seid früh Zuhause“, sagte sie sanft. Ihre Fingerspitzen berührten die Wasseroberfläche und ließen das klare Bild zerfließen.
Sie wartete, wandte sich erst um, als sie seine menschlichen Schritte hörte. Er ging grußlos an ihr vorbei, starrte auf das Wasser.
„Ihr sollt sie nicht suchen“, grollte er.
Feyana musterte ihn. Seine menschliche Gestalt war die eines hünenhaften Kriegers, stark, groß, ebenmäßig und narbengezeichnet. Er war sichtbar gealtert, erstes Grau zog durch das lange, granatrote Haar. Seine grünen Augen trugen nun allzu oft den Schleier bitteren Zorns.
Die Elbin selbst wirkte wie am ersten Tag ihres Zusammenseins jung, war hochgewachsen und schlank; ihr schwarzes Haar war tiefdunkel geblieben und fiel ihr bis zur Hüfte. Ihre braunen Augen mochten damals anders in diese Welt geblickt haben. Elune hatte ihrer Priesterin nicht die Gnade eines unbeschwerten Lebens gewährt.
Sie streckte die Hand aus und berührte seine Faust.
„Wollt Ihr nicht wissen, ob sie lebt? Ob sie glücklich ist?“, fragte sie.
Er wandte sich um. „Nein“, behauptet er grob.
„Nun“, sagte sie in plauderndem Tonfall, in seine Augen blickend, „sie ist unter Elben. Es geht ihr gut. Ich kann nicht hören, was sie sagt, aber ich sehe ihr an, dass sie mit vielen von ihnen gerne spricht. Oh, und sie fertigt Geschmeide aus Holz, Stein und Glas.“
„Wertlosen Tand!“
„Etwas, das sie geben kann für Gastfreundschaft, Kleidung und Nahrung.“
Er lachte bitter. „Eines ihrer Spielzeuge hier mag mehr wert sein als all ihre Basteleien!“
Er schloss die Augen. „Warum?“, knurrte er.
„Warum es Euch so weh tut?“
Er lachte auf und blickte sie an. Rau sagte er: „Elblein, Ihr versteht es immer noch, mit der Zunge Euren Weg zu bahnen! Ja, es tut weh. Ich werde diese Fee roh verspeisen, wenn ich sie in die Klauen bekomme!“
„Sie wird Euch nur in den Zähnen hängen bleiben und das wird Eure Laune kaum verbessern“, gab die Elbin zurück. Sie lächelte. „Es war Zeit, dass sie sich ihren eigenen Weg sucht.“
„Ich habe dazu nichts zu sagen?!“ Er schüttelte den Kopf. „Diese Fee! Sie wird sie zugrunde richten.“
„Unterschätzt nicht eure Tochter! Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, wer nun wem folgt.“ Feyana nickte. „Sie ist stark genug diesen Weg zu gehen, mein Liebster. Euer Erbe in ihr wird ihr helfen.“
Er seufzte schwer. „Eure Zunge hätte sie erben sollen“, murmelte er.
Die Elbin lächelte.
Er nahm ihre Hand in seine und küsste sie leicht. „Verzeiht meinen Groll! Schönster und Klügster Schatz meines Hortes.“
„Es gibt nichts zu verzeihen. Ich vermisse Mederia, mein einziges Kind, und ich wünschte mir, ich hätte sie wenigstens für ihren Weg segnen können.“
...
14.06.09
Mederia Seerose zupft die Kante des alten, verschlissenen Teppichs noch einmal zurecht, richtet sich auf und legt den Kopf nachdenklich zur Seite. Orchidee, ihre kleine Fee, klingelt grinsend und tippt mit einem winzigen Finger gegen ihre Schläfe.
"Hast ja recht", sagt die Elbin und lächelt. "Aber besser als Nichts ist es allemal!"
Sie betrachten gemeinsam den Teppich, durch dessen Löcher das Pflaster lugt, die Wildblume, die sich bereitwillig auf ihm angesiedelt hat, die kleinen Pakete um sie herum. Das Licht der Straßenlaterne erhellt den kleinen Platz vor der Mauer ganz in einem hinteren Winkel des Marktes. Auf den Paketen sind Bilder befestigt, die ihren Inhalt beschreiben und einen Preis nennen. Die Arbeit von etlichen Wochen ist in ihnen geborgen. Wochen, in denen Mederia mit Orchidee durch die Wälder Carimas streifte, Materialien suchte, diese in gefällige Formen brachte und zu Schmuck verarbeitete. Kein Gold, kein Silber, keine Edelsteine, nein, Holz, Stein, Glas und Leder, sogar Papier...
"Nun ja, vielleicht... Wer weiß, vielleicht gibt es ja doch jemanden, dem so etwas ein wenig wert ist", sagt Mederia nachdenklich, beugt sich herab und zupft eine Falte aus dem Teppich.
15.09.09
Der Wind trieb grauweiße Wolken über den Himmel, rieb die Blätter der Bäume gegeneinander, trieb das Meer in Wellen gegen den Strand und zerrte an dem Leder ihres Kleides. Die Waldelbe blickte hinauf zu den Wolken, richtete sich auf. In der Hand hielt sie das, was sie im Gras vor ihrem Haus gefunden hatte. Seit Tagen musste es dort gelegen haben. Mederia seufzte. Ihre Finger spielten mit dem flachen Gegenstand, kaum größer als ihre Handfläche, glänzend wie scharzer Obsidian, hart und seltsam warm.
Orchidee klingelte fragend. Ein leichter Vorwurf schwang in ihrem Wispern mit.
Mederia Seerose nickte.
"Ich bringe sie ihm zurück", versprach sie.
Sie strich mit dem Finger sanft über die Schuppe. Die Elbe legte den Kopf ein wenig zur Seite, sah in den Himmel hinauf, lauschte auf das Rauschen der Blätter und des Meeres... und das ihres Blutes.
Ihre kleine Fee klingelte verstimmt.
"Orchidee, du bist unmöglich", sagte Mederia.
Die Fee feixte.
Die Elbe zuckte mit den Achseln. "Nein, das weiß ich nicht. Aber wer nicht fragt, bekommt auch keine Antwort, nicht wahr? - Komm, es ist nur eine Schuppe! Kein Blut und kein Karfunkel."
Orchidee klingelte spöttisch.
"Na, du musst es ja wissen, große Drachenbezwingerin."
Die Elbe schüttelte den Kopf und lächelte.
Orchidee kicherte klingelnd.
19.09.09
Die kleine Fee klingelte fragend, schaute auf das Bein der Waldelbe. Mederia schüttelte den Kopf und massierte ein wenig aromatisch duftendes Öl in die Haut des Oberschenkels. Die beiden Narben, sich gegenüber liegend, waren kaum mehr als feine, rote Male zu sehen.
"Es wäre schon vergessen, wenn ich auf Ithildin gehört hätte", antwortete Mederia. Sie seufzte, als Orchidee in einem Schwall an Klingeln und Wispern schimpfte. "Ganz sicher hast du recht, aber ich habe meine Gründe."
Sie setzte sich auf eines der Kissen in der Nähe des Kamins und streckte das Bein aus. Ein unangenehmes Ziehen, das überging in ein schmerzhaftes Prickeln und dann langsam verebbte, sagte ihr sehr deutlich, dass die Verletzung durch den Hundebiss noch nicht vollständig geheilt war.
Orchidee hockte sich in die Fensteröffnung und klingelte mürrisch.
Mederia nickte. Dass bei ihrem nächsten Besuch in Avalon in Begleitung ihrer Freunde nur Eragons Weste Schaden gelitten hatte, war zwar ein mehr als glimpflicher Ausgang der zweiten Attacke des schwarzen Hundes, hinterließ aber einen bitteren Nachgeschmack. Wer hetzte da im Wald von Avalon einen Hund auf Elben? Auf Elben, die sich nicht erklären konnten, warum jemand so etwas tun sollte.
Die Fee machte einen Vorschlag, halbherzig, weil sie wusste, dass ihre große Freundin davon nichts hören wollte.
Mederia schüttelte den Kopf.
"Ich werde wieder nach Avalon gehen, und davon hält mich ein Hund nicht ab", erklärte sie entschlossen.
Orchidee klingelte heftig.
"Waldmann? Er ist ein alter, verbitterter Mensch, dessen lahmes Bein wahrscheinlich mehr weh tut als meines. Vielleicht... Aber: Da fehlt der Beweiß."
Mederia blickte zu dem Tiegelchen schmerzstillender Salbe, das sie in der Apotheke der Stadt gekauft hatte und nun auf der Fensterbank ihres nördlichen Fensters stand.
Orchidee klingelte skeptisch. Die Elbe nickte.
"Möglich. Aber das wird sich zeigen."
22.09.09
Gestern in Avalon:
[13:05] Rhiannon Myrtle blickt auf .. oh wir bekommen besuch
[13:05] Mederia Seerose: Verzeiht...
[13:05] Mederia Seerose lächelt.
[13:05] Mederia Seerose: Ich möchte nicht stören.
[13:06] Rhiannon Myrtle: tretet näher Lady, ihr stört nicht
(...)
[13:14] Mederia Seerose fährt fort: Ich bin im Norden eures Waldes von einem Hund angefallen worde...
[13:15] Hermione Seesaw: in norden unseres waldes ?
[13:15] Rhiannon Myrtle: ja davon wurde uns berichtet, vor einigentagen *nickt* das ist wohl wahr
[13:15] Hermione Seesaw: oder im norden carimas ?
[13:15] Mederia Seerose: Einen Tag später kam ich mit einigen Freunden hierher und wieder begegnete uns dieser Hund.
[13:15] Mederia Seerose: Im Norden Avalons.
[13:15] Mederia Seerose: Er hat mich ... etwas östlich des Baumes in der steinernen Ummauerung angegriffen
[13:15] Mederia Seerose: ... und über den Fluss gejagt.
[13:16] Rhiannon Myrtle: ich kenne nur einen hund hier und das erst seit wenigen tagen
[13:16] Rhiannon Myrtle: auch Silke und mich hat er nicht gerade freundlcih empfangen, doch war sein herr zugegen und konnte ihn zurückholen
[13:16] Rhiannon Myrtle: ober er das war
[13:17] Mederia Seerose: Ich habe eine böse Vermutung... ich kann es nicht beweisen und es liegt mir fern, mich rächen zu wollen...
[13:17] Mederia Seerose: Aber ich möchte verstehen, warum der Hund auf uns gehetzt wird.
(...)
[13:19] Mederia Seerose sagt leise: Eigentlich hat noch nie ein Tier mir etwas getan...
[13:19] Hermione Seesaw: eben das weis ich auch .. aber werwölfe in avalon, nein, sonst werde ich zur furie !
[13:19] Mederia Seerose schaut ernst und nickt.
[13:20] Rhiannon Myrtle: nein das kann nicht sein Hermine
[13:20] Rhiannon Myrtle: wir wüssten davon
[13:20] Mederia Seerose: Ich glaube nicht... ich hoffe nicht, dass die Werwölfe etwas mit dem Hund zu tun haben.
(...)
[13:23] Mederia Seerose: Kurz vor dem Angriff war ich bei Emily Swan...
[13:23] Mederia Seerose: dort war ein alter Mann mit Hund, der mich offensichtlich nicht mochte
[13:23] Mederia Seerose: aber er ging sehr schnell, und ich achtete kaum auf ihn
[13:23] Rhiannon Myrtle nickt heftig, bei den worten
[13:23] Hermione Seesaw: weiter
[13:24] Mederia Seerose: später, als ich von Emily - aus dieser kleinen Ruine - zurück zur Brücke ging
[13:24] Mederia Seerose: griff mich dieser Hund an
[13:24] Mederia Seerose: Er trieb mich über den Fluss.
[13:24] Rhiannon Myrtle denkt: genau meine vermutung
[13:24] Mederia Seerose: Als ich mich auf den Balkon eines Hauses gerettet hatte, hörte ich jemanden rufen.
[13:25] Mederia Seerose: "Rex! Komm zurück! Das reicht!"
[13:25] Mederia Seerose: später...
[13:25] Hermione Seesaw: rex.. der name des hundes !
[13:25] Mederia Seerose: Ja.
[13:25] Mederia Seerose: Ich denke es.
[13:25] Rhiannon Myrtle: ja genau dann ist es das tier das ich meinte
[13:25] Hermione Seesaw: maruk such !
[13:25] Mederia Seerose: Und Silke erzählte mir, der alte Mann nenne seinen Hund so.
[13:25] Mederia Seerose: Aber ... das ist kein Beweis. Wie viele Hunde heißen so... ? Nicht wenige.
[13:26] Mederia Seerose: am nächsten Tag, als Eragon angegriffen wurde,
[13:26] Mederia Seerose: trafen wir auf dem Weg zurück in die Stadt jenen alten Mann...
[13:26] Mederia Seerose: er überholte uns, weil wir mit Biene sprachen
[13:26] Mederia Seerose: Er war schlecht gelaunt, unfreundlich und selbstmitleidig...
[13:27] Rhiannon Myrtle nickt wieder wohlwissen
[13:27] Mederia Seerose: Eragon hat ihn sofort verdächtigt... aber Eragon ist manchmal etwas vorschnell...
[13:27] Mederia Seerose: Der Mann nannte nicht seinen Namen, sagte man rufe ihn mit verschiedenen Schimpfnamen...
[13:27] Hermione Seesaw grummelt
[13:28] Mederia Seerose seufzt.
[13:28] Mederia Seerose: Es geht noch weiter....
[13:28] Mederia Seerose: Er hat uns gegenüber übrigens behauptet, er habe keinen Hund.
[13:28] Mederia Seerose: Und ich WEISS, dass das gelogen ist.
[13:28] Mederia Seerose: Gestern dann kam ein Maskierter nach Carima.
[13:29] Rhiannon Myrtle: wenn es dieser alte mann ist, ja dann ist es eine lüge, das kann auch ich bezeugen
[13:29] Mederia Seerose: Das mag gar nichts damit zu tun haben... aber Eragon - vorschnell - hält ihn für den alten Mann.
[13:29] Mederia Seerose: Und er hat Elben offen bedroht, wurde daraufhin angegriffen und floh.
[13:29] Mederia Seerose schüttelt den Kopf.
[13:29] Mederia Seerose: Mir ist das alles ein Rätsel...
(...)
[13:31] Rhiannon Myrtle: ich war mit Silke im wald unterwegs und wir wurden beide von einem hund arg bedroht
[13:32] Rhiannon Myrtle: daraufhin sahen wir den alten mann, er rief zu unserem glück den hund zurück
[13:32] Mederia Seerose s Fairy legt klingelnd den Kopf ein wenig schief.
[13:32] Rhiannon Myrtle: wir stellen ihn dann zur rede und fragten was er hier wolle und ob er seinen hund nicht im griff habe
[13:32] Rhiannon Myrtle: er meinte nur das gehe uns nichts an, der hund wäre seine verteidigung
[13:33] Rhiannon Myrtle: er wollte uns keinen namen nenne und mente er habe viele namen
[13:33] Mederia Seerose nickt.
[13:33] Hermione Seesaw: einen wolf habe ich auch zur verteudigung, aber erst als freund
[13:33] Rhiannon Myrtle: er würde jetzt hier im wald vorübergehend hausen
[13:34] Rhiannon Myrtle: ich wollte gütig zu ihm sein und hab ihm speis und trank angeboten, doch er wurde noch unzugänglicher und ausfallend
[13:34] Hermione Seesaw: hmmm
[13:34] Rhiannon Myrtle: so haben wir uns achselzuckend auf den weg gemacht, denn er wurde immer bedrohlicher uns gegenüber
[13:35] Rhiannon Myrtle: doch er rief hinter mir her, wir würden schon sehen...bald....
[13:35] Rhiannon Myrtle: und vorihm wäre hier im wald kein elbe mehr sicher.. es wird ein blutbad geben
(...)
23.09.09
Fremde Berührung von Mederia Seerose
Eine Begegnung so unvermutet
Worte freundlich und willkommen
Geschichten seltsam und fremd
Ein Blick in Augen älter als ihre
Eine Berührung von Händen wärmer als ihre
Ein Kuss so heiß wie ihr Blut
Gefühle neu und verwirrend
Das Rauschen pochenden Blutes
Die Hitze so fremd
Worte verlangend, heftig und sanft
Gedanken so stolz und machtvoll
Zauber fremd und vertraut
Schmerz tief und beschämend
Sehnsucht unendlich
Hoffnung...
Einsamkeit
25.09.09
Der aufmerksame, hellhörige Passant könnte heute aus dem Hospital in Bruchtal jene Unterhaltung vernehmen:
Eine junge, weibliche Elbenstimme: "Der dritte Tag... warte, das sind jetzt zusammen... fast ein halber Mond!"
Ein feines Klingeln antwortet.
Ein Seufzen. "Weißt du was, Orchidee? Bissige Hunde und Werwölfe, Wesen aus dem Nebel, Dunkle und vorlaute Feen sind genau das, was ich mir immer gewünscht habe, um mir die Langeweile zu vertreiben!"
Das Klingeln und Wispern hat einen leicht verzagten Ton.
"Nein, das ist Unfug. Es ist nicht deine Schuld, Orchidee. Ich bin diejenige, die zu wenig kann und zu wenig dagegen getan hat! Bücherwissen ist schön und gut und mag helfen, kluge und weise daherzureden bevor man überhaupt klug und weise ist, aber wenn ich nicht mit einem Schwert umgehen kann und wenn ich es nicht fertigbringe, dir genügend Kraft zu geben UND meine Magie zu wirken, ist das mein eigenes Versäumnis!"
Das Klingeln protestiert.
Die Elbe lacht. "Danke. Das erzähle ich dem nächsten Werwolf, vielleicht hat er dann ja Mitleid."
Einige Sekunden ist es still.
"Orchidee?"
Ein Klingeln.
"Tu mir den Gefallen und lasse Bragg in Frieden. Ich weiß, dass du mir helfen willst, aber lass es einfach."
Ein protestierendes, lautes, langes Klingeln antwortet.
Die Elbe lacht sanft auf und das Klingeln klingt gedämpft noch ein wenig weiter, bis es schließlich verstummt.
Es wird wieder still im Hospital.
02.10.09
Durch das offene Fenster weht ein Duft von taunassem Gras, Waldblumen und der See hinein. Sonnenstrahlen fallen durch sich wiegendes Blattwerk, Vögel beenden ihren Morgengesang. Ein Blatt, herbstlich gerötet, tanzt durch Licht und Luft, dreht sich, steigt auf und ab, segelt zwischen den Vorhängen hindurch und gleitet sanft neben einem kleinen schwarzen Gegenstand auf den hölzernen Boden, bleibt liegen.
Die junge Elbe atmet tief ein, hebt die Lider und lässt die Hände von ihren Knien in ihren Schoß sinken. Sie blickt auf das Herbstblatt und ein trauriges Lächeln huscht um ihre Lippen.
Ein feines Klingeln vom Fenster her lässt sie aufschauen. Die kleine Fee sitzt im Fensterrahmen, an die Kerze gelehnt und wispert klingelnd.
"Auch dir einen Guten Morgen, Orchidee", erwidert die Elbe.
Wieder schaut sie auf das Blatt und die Drachenschuppe vor sich. Langsam schüttelt sie den Kopf, nimmt die zwei Dinge und erhebt sich von ihrem Meditationskissen. Die Fee klingelt fragend.
"Ich weiß es nicht."
Die Elbe legt Schuppe und Herbstblatt auf den Tisch, zu einem Pergament, beschrieben in ihrer eigenen Hand.
"Woher soll ich das wissen, Orchidee? Wenn noch etwas von ihm selbst in ihm existiert, wird er sich erinnern. Irgendwann... morgen, übermorgen, in einem Mond, einem Jahrhundert..."
Sie blickt auf das Gedicht hinunter, das eine Wort, das es abschließt.
"Ich vermisse, was ich nie wirklich hatte, ja. Aber was immer Emily und ihn verbindet und ihn mich hat vergessen lassen, ist stärker als der Drache, der er gewesen ist. Ich weiß nicht, ob ich ihm helfen kann... Ich bezweifle, dass er, der er jetzt ist, diese Hilfe gutheißen würde. Was kann ich anderes tun als warten... und ich selbst sein. Ich bin kein Drache, keine Kriegerin, keine Zauberin."
Sie seufzt leise.
Sie flüstert: "Tyë melinyë, Bragg. Und manchmal wünsche ich, dass es anders wäre. Dann täte es nicht so weh."
Sie schaut zu der Fee und lächelt.
"Schau nicht so besorgt, Orchidee! Die Zeit heilt alle Wunden - und das sagen die Menschen, die doch so viel weniger Zeit haben als Elben und Drachen."
04.10.09
Eine kleine, tiefschwarze Drachenschuppe taumelt durch das Wasser, wird von der Ebbe hinaus getragen, wirbelt um sich selbst, gleitet mit der Strömung, taucht ein in gebrochenes Licht und sinkt endlich in die kühle Dunkelheit.
Am Strand sieht eine Elbe hinaus auf das Meer, eine kleine Fee an ihrer Seite.
Ein fragendes Klingeln, ein Kichern und ein aufmunterndes Zwinkern.
Die Elbe lächelt. "Bestimmt. Es kann nicht jeden Tag regnen, nicht wahr?"
16.10.09
Die rote Drachin beugte ihren Hals, kam mit dem Kopf tiefer. Warmer Atem, ein wenig Rauch wie von einer blakenden Kerze, strich über das Gesicht der Elbin. Ein leises Grollen, das Lachen der Drachin.
Die Waldelbin blickte auf, in eines der Bernstein gelben Augen. Langsam hob sie eine Hand und berührte die Wangenschuppen.
"Ihr seid einsam", murmelte sie.
Wieder das leise Grollen. Das Auge blickte auf die Elbin hinunter, abwartend, fordernd.
"Ich werde Euch finden", versprach die Elbin leise.
Ein zartes Klingeln ließ beide aufschauen. Morgendliche Sonnenstrahlen stachen durch den herbstlichen Waldnebel. Und mit dem lauter werdenden klingelnden Rufen wandelte sich die Umgebung von Wald in das Innere einer Waldelbenbehausung.
Die Elbin blickte zu der Drachin zurück, zu einem nun kaum mehr wahrnehmbaren Schemen. Die geisterhafte Drachin nickte ihr langsam zu und verblasste.
Mederia seufzte tief, als sie vollends die Meditation beendete. Ihre Hände sanken von den Knien in den Schoß. Sie blickte zu Orchidee, die klingelnd auf dem Blätterdach ihres kleinen Baumhauses hockte. Ihre Flügel schimmerten im Licht der Morgensonne in allen Farben des Regenbogens und Feenstaub tanzte um sie herum. Die Fee kicherte und Mederia lächelte.
"Ja, wie fast schon gewohnt", antwortete die Elbin der Fee. "Seltsam..."
Sie blickte zu dem Bild, das sie gefertigt und aufgehängt hatte: Die rote Drachin, jung, stolz, allein auf einem Felsen stehend. Einem Felsen, auf dem Mederia früher selbst oft gesessen und ins Tal hinab gesehen hatte.
Orchidee klingelte fragend.
"Das weiß ich nicht... noch nicht...", antwortete Mederia.
23?.04.2010
Die junge Waldelbin blickt auf das Meer hinaus. Langsam wendet sie sich um, schaut den Hang hinauf, an den Bäumen vorbei zu dem elbischen Haus. Schmetterlinge fliegen dort. Auf der hölzernen Terrasse Stühle. Und sind das dort Schildkröten?
Die Fee an ihrer Schulter zupft an dem dunkelroten Haar und klingelt fragend.
Mederia lächelt.
"Nein, sicher hat man dein kleines Baumhaus nicht fortgeworfen", entgegnet sie. "Irgendwo werden sie sein, unsere Sachen."
Die Bilder, denkt Mederia. Die Bilder und das lebende Feenbaumhaus. Alles andere war leicht ersetzbar.
"Nein", antwortet Mederia Orchidee, "dort ist jetzt ein Elb Zuhause. Aber wir werden einen anderen guten Ort finden, an dem wir dein Häuschen aufstellen können."
Etwas wehmütig blickt sie noch einmal zu dem Haus hinauf, zu den hochaufragenden Bergen, über den Wald, zum Meer.
Sie hatte diesen Ort vermisst. Und war zu lange fort gewesen.
Aber Carima war mehr als nur dieses Haus. Mederia lächelt. Viel mehr.
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Mederia
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Wohnort: Carima Elwyne
Verfasst am: 25.04.2010, 10:07
Mit zurückgebundenen Haaren, gerafftem Rock und barfuß zog Mederia einen Eimer Wasser aus dem Brunnen und trug ihn in die Blockhütte. Mit Schwung entleerte die Elbe das Wasser auf die verschmutzten Dielen. Sie stellte den Eimer hinaus und nahm das Bündel Reisig auf.
Orchidee quietschte vor Vergnügen und tanzte klingelnd um die arbeitende Elbe herum, kicherte und untersuchte jeden Winkel unter dem Rietdach, auf Veranda und Balkon. Um sie herum das Rauschen des Waldes. Der Ruf eines Greifvogels hoch oben am Berg hinter dem Haus. Vom Fluss herauf klang ein elbisches Lied. Das Amazonendorf im Osten lag noch in frühmorgendlicher Stille. Und obwohl sie das Meer von hier oben nicht sehen konnten, trug die Brise ihnen einen Hauch seiner Brandung zu.
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Mederia
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Wohnort: Carima Elwyne
Verfasst am: 02.05.2010, 10:10
Das Wassser in dem alten Eimer spiegelte das junge Gesicht der Elbe wider. Mederia Seeroses braune Augen musterten die glatte, helle Haut mit den feinen Sommersprossen, die mädchenhaften Züge umrahmt von dem immer noch ungewohnt dunkelroten Haar, das nachdenkliche Lächeln um die Lippen. Die Elbe seufzte, hob den Eimer und goss das kalte Brunnenwasser auf die Verandadielen. Einhundert Jahre - und ein Morgen - waren an ihrem Gesicht und ihrem elbischen Körper fast spurlos vorübergegangen. Die Spuren, die die Jahre hinterlassen hatte, schon nur noch Geschichten, die von kleinen und großen Kämpfe mit der Welt und mit sich selbst, waren so gut wie unsichtbar. Einhundert Jahre... und das war kaum erst der Beginn eines Elbenlebens.
Mederia griff nach dem Reisigbündel. Orchidee stand auf den Zweigen und hielt sich kichernd an den Enden der Schnur fest, mit denen das Reisig zusammengebunden waren. Sie kicherte, klingelte und quietschte, während der kurze Besen über die Veranda wischte.
Verfasst am: 08.05.2010, 13:50
Orchidee zirpt und klingelt und huscht ruhelos von einer Seite Mederias auf die andere. Die junge Elbe schläft, eingerollt auf dem Teppich mit den Kissen, die Lider unruhig, Finger ins Leere greifend. Die Fee zieht an den dunkelroten Strähnen, pustet in das traumspiegelnde Antlitz und streut Feenstaub über die Nase, deren Nasenflügel in heftigen Atemzügen beben. Heißer Atem streicht über Orchidees zierlichen Körper.
Rote und schwarze Schuppen, ein Blick, ein Verneinen, zurückgelassen allein...
Unerbittliche Krallenhände um den elbischen Körper, das bewaldete Tal unter ihnen klein wie zerbrechliches Spielzeug, sich windend und fluchend, sich der Gefahr bewusst und doch...
Ein Grollen aus anderer Kehle, blendende Hitze, magischer Schutz, ein Schlag, der fremde Flügel zerfetzt, ein Sturz und der Schmerz... Schwärze...
Rote Schuppen, heißes Feuer, das durch Adern fließt, das pochende Herz und Schmerzen - der Schmerz, nicht erwachen zu können...
Geliebte Stimmen, weit fort und doch so nah:
Sie darf sich nicht erinnern. Noch nicht.
Ihr werdet sie nicht ewig vor sich selbst schützen können...
Sie ist noch nicht stark genug.
Wann dann, bei Elune, denkt Ihr, wird sie je stark genug sein?!
Jetzt noch nicht.
...
Ein heftiges Niesen zerreisst das Traumgebilde. Die elbischen Glieder werden ruhig. Mederia seufzt und schlägt die Augen auf.
Orchidee flattert nahe des heißen Gesichtes, klingelt eine Frage, leise.
Mederia streckt langsam die schmerzenden Muskeln, spürt die Hitze verebben. Sie lacht leise.
"Wer kann schon ruhig schlafen bei all dem, was die Elben entzweit und alle gefährdet?", entgegnet sie nur, sich selbst beruhigend. Sie schüttelt den Kopf und schaut zu dem Meditationskissen, nur zwei Schritte entfernt. Sie hatte sich nicht schlafen gelegt...
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Mederia
Verfasst am: 15.05.2010, 14:09
Mederia sitzt auf ihrer Veranda, an das von der Mittagssonne warme Holz der Hütte gelehnt, und hört Orchidee zu. Die kleine Fee wispert klingelnd, zwischen Zorn und Besorgnis, fliegt von Mederias Schulter zu der Papierblume neben der Türe, hüpft über den Verandaboden, kickt kleine Steinchen auf dem Weg, schwirrt zurück zu Mederia, die Fäuste in die Taille gestemmt, und überschüttet die junge Elbe mit vorwurfsvollem Geklingel.
Mederia lächelt und nickt. "Sicher", sagt sie trocken, "du hast Recht wie immer."
Orchidee zieht die Brauen zusammen und verzieht das Mündchen.
Mederias Blick fällt auf das Pergament in ihrem Schoß, des Nachts beschrieben.
Die Fee klingelt fragend.
Mederia zuckt mit den Achseln. "Die Zeit wird es zeigen. Und davon haben Elben doch so unendlich viel, nicht wahr?"
Orchidee blickt zum Himmel und schüttelt das Köpfchen.
_________________
Mederia
Frage
Wenn Worte ganze Sätze sind,
Gefühle den Verstand verwirren,
das was war so teuer wird...
Wenn Nähe unerträglich ist,
Berührung schier unmöglich,
Sehnsucht schmerzhaft zerrt...
Wenn Steine Tränen weinen,
Schmerz die Mauern bricht,
die Feuer sich entzünden...
Wenn Entschlüsse wanken,
alter Rat verweht wie Staub,
die Hoffnung aufbegehrt...
Wenn wir träumen,
fluchen, weinen,
wir uns im Kreise drehen...
... ist das Liebe oder Fluch?
Verfasst am: 22.05.2010, 14:50
Flammende Hitze in der Mitte ihres Leibes, sie breitet sich aus, in ihre Brust, ihren Bauch, umhüllt ihre Wirbelsäule, fließt in Arme, Beine, Füße, Hände, steigt den Nacken empor, schlägt über ihr zusammen, verzerrt ihren Körper. Der Fels unter ihr beginnt zu glühen, die eisige Luft um sie zu flirren. Sie breitet die Flügel aus, Segel aus Feuer, peitscht mit dem Schwanz über den Fels, Funken sprühend, und stößt sich in die Nacht hinauf. Einem brennenden, fallenden Stern gleich schießt sie über das Meer hinaus, weg vom Land, weg von allen, die mit ihr verbrennen könnten. Schmerz wühlt sich aus ihrem Herzen in die Kehle hinauf. Das Feuer brüllt aus ihr. Eine traurige Sehnsucht ist das letzte, das sie fühlt. Das Meer umfängt sie, löscht alles Brennende in einem einzigen grausamen Schlag.
Mederia spürt ihr Herz bis in ihrer Kehle pulsieren, Schmerzen verebben und... Nässe. Eine klingelnd fragende Stimme über ihr lässt sie aufschauen. Orchidee hält einen für sie riesigen Holzbecher in beiden Händen und schaut skeptisch auf die Elbe herunter. Mederia seufzt und setzt sich auf.
"Ist das nur ein Becher Wasser?"
Orchidee klingelt spöttisch und lässt den Becher neben der Elbe auf eines der Kissen fallen.
Mederia streicht über ihr feuchtes Gesicht, die nassen Haare zurück, nimmt die Hände herab und starrt sie an. Flammende Röte überzieht ihre Haut, eine Röte, die, während sie auf sie blickt, Wassertropfen trocknet und langsam verblasst. Mederia streicht mit dem rechten Zeigefinger über die Haut ihrer linken Hand. Die seltsam glatte Härte weicht noch während sie darüber tastet dem vertrauten Gefühl von glatter, zarter Elbenhaut.
Die Fee landet vor ihr und schaut, legt ihr Köpfchen schief, wispert klingelnd.
"Nein", murmelt Mederia, "nein, sicher nicht." Sie blickt zu Orchidee und lächelt. "Danke für's Wecken."
Orchidee kichert klingelnd und nickt.
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Mederia
Mederia sitzt mit untergeschlagenen Beinen auf dem Balkon hinter ihrer Berghütte. Sie blickt in den Wald hinaus, spürt den Morgenwind kühl über ihre heißen Glieder streichen. Sie atmet tief den Geruch feuchter Erde, nach Frühlingsblumen und Waldtieren, dem Meer ein, lauscht, hört die leisen Geräusche des Windes im Geäst, der Tiere und die der um den Berg ansässigen Menschen und Elben.
Orchidee hockt auf dem Geländer, lässt die Beine baumeln und blinzelt in die Sonnenstrahlen. Sie klingelt fragend, ein wenig kleinlaut.
Eine junge, rote Drachin, wütend, die Flügel weit ausgebreitet, die Klauen um den Leib eines deutlich größeren, älteren, fast goldfarbenen Drachens gekrallt, den Biss auf dessen Kehle gerichtet. Der goldene Drache, der sie beide mit seinen Flügeln in der Höhe hält, weicht ihren Zähnen mühelos aus, könnte der Drachin so leicht den ungeschützt dargebotenen Leib zerfetzen, blickt sie an, tiefe Sorge in den geschlitzten Augen.
Mederia schüttelt den Kopf.
„Es hätte nichts geändert“, antwortet sie Orchidee. „Und ich weiß nicht, ob es jetzt etwas ändert. Ich erinnere mich nicht, als wäre ich nicht dabei gewesen. Das Bild erscheint mir vertraut, aber sonst... nichts... Ich fühle mich so hilflos.“ Sie seufzt. „Warum hat Vater nicht mit mir gesprochen?“
Die kleine Fee klingelt ratlos, fügt ein spöttisches Klingeln hinzu.
„Sicher“, murmelt Mederia, „alle Drachen sind Ungeheuer, ich weiß.“ Sie blickt zu Orchidee. „Bitte, dann verrate mir, warum du nicht längst das Weite gesucht hast?!“
Orchidee grummelt klingelnd und streckt Mederia die Zunge heraus.
Mederia lacht. „Natürlich.“
09.06.2010
Die kleine Fee Orchidee klingelt mit schief gelegtem Köpfchen. Mederia nickt, legt das Pergament aus der Hand, die Feder auf ihren Ständer.
Bitte
Wenn ich schlafe,
ist sie wach.
Wenn ich wache,
liegt sie im Schlaf.
Wenn ich bei dir bin,
ist mein Verlangen still.
Wenn sie dich sieht,
sie deine Liebe will.
So sind wir getrennt,
frei, doch gefangen.
Halt uns im Arm
und halt uns zusammen! _________________
Mederia |
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Mederia Seerose Bettler

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.12.2010 Beiträge: 16 Wohnort: Elbenlande und Drachenberg
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Verfasst am: 28.12.2010, 00:16 Titel: |
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Verfasst am: 26.06.2010, 12:42 Titel: Re: Der Hundebiss
Die Hütte wirkt leer... Rosenduft von einem langsam verwelkenden Strauß erfüllt die Luft, sich mit dem Geruch des Sommerwaldes vermischend. Mederias Witterung durchzieht für die meisten Wesen kaum überhaupt wahrnehmbar aber unverkennbar ihr Heim. Die Strahlen der untergehenden Sonne erreichen noch die vordere Veranda, während das Innere der Hütte bereits in Dämmerung liegt. Das Feuer im Kamin glüht noch, aber die Kerzen sind heruntergebrannt.
Die Bilder blicken stumm von den groben Holzwänden. Auf dem Teppich mit den Sitzkissen liegt das Blatt mit dem Gedicht, das Mederia zuletzt geschrieben hat. Vor einem der Kissen ist eine alte Spur von Blut zu erahnen. Mederias Bogen und Köcher, ihr Rapier, ihre Stiefel liegen neben der alten Truhe, so als wolle sie sie gleich aufnehmen und anlegen.
Auf dem hinteren Balkon, geschützt vor Wind und Blicken durch die Wände der Hütte und die hohen Bäume des Bergwaldes, liegt Feenstaub. Noch ist zu erkennen, dass er einmal einen Kreis gezeichnet hat, eine Spirale in ihrem Inneren. Nackte, schlanke Füße haben dort ihren Abdruck hinterlassen.
Vier Tage ist es jetzt her, dass Mederia das letzte Mal gesehen worden ist...
Verfasst am: 03.08.2010, 13:55
Orchidee hockt auf dem Dachvorsprung über dem hinteren Balkon der Hütte im Bergwald. Sie wispert klingelnd und ausdauernd. Die kleine Fee gestikuliert mit den Händen und wippt mit den Füßchen. Die Luft um sie herum glitzert in der Sonne vor Feenstaub.
Ein leises, warmes Lachen antwortet. Holz knarrt unter der Bewegung eines schweren Körpers, dann ist das leichte Tappen nackter Füße zu hören.
Orchidee grummelt klingelnd.
"Lass mich etwas anziehen und dann höre ich dir geduldig zu, ja, Orchidee?"
Ein spöttisches Klingeln antwortet.
"Oh, warte, du kleine Spottdrossel!"
Kichernd dreht Orchidee der Elbin eine lange Nase und klingelt.
Mederia lächelt zu ihr hinauf. "Meine Liebe, soll ich ein gutes Wort für dich einlegen, wenn Bragg dich heute Nacht aus der Hütte wirft?"
Orchidee stützt das Kinn in die Händchen, fragt etwas.
"Ein ganzes Leben lang, Orchidee." Mederia lacht.
Orchidee seufzt ergeben.
Verfasst am: 28.10.2010, 22:38 Titel: Eine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag bearbeiten oder löschen
Vorbemerkung: Ich habe den Chat aus dem Log sinnwahrend gekürzt und die gröbsten Rechtschreibfehler herausgenommen, allerdings nicht die Namen der Mitspieler unkenntlich gemacht. Wer gerne möchte, dass seine Bemerkungen gelöscht oder der Name unkenntlich gemacht wird: Bitte PN an mich! Ich mach das dann schnellstmöglich noch. Winken
Die Geschichte, die Mederia Seerose am 28. Tag des 10. Mondes an Mahtans Geschichten-Feuer den Elben erzählte
Mederia Seerose lächelt.
Mederia Seerose: Eine Liebesgeschichte?
Egal Burger: Ohh.. jaa
Egal Burger: Da machst du mich nun neugierig *schmunzelt*
Mederia Seerose: Nun, es ist nicht meine eigene...
Mederia Seerose zwinkert.
Mederia Seerose: Oder fast nicht.
Mederia Seerose: Dort, wo ich herkomme, gibt es eine weite Steppe nördlich eines schroffen Gebirges.
Egal Burger lauscht.
Mederia Seerose: Die Steppe wird von Elben bewohnt, die nicht ganz so hoch gewachsen sind, wie die meisten hier.
Sie leben mit der Steppe und ihren Tieren in kleinen Gemeinschaften.
Diese ziehen von Weidegrund zu Weidegrund und von Winterlager zu Sommerlager.
Susan Independent legt die Hände um die Knie und lauscht den Worten Mederias, schließt dabei die Augen...
Mederia Seerose: Menschen gibt es dort nicht.
Deshirelle Despres blickt zu Mederia und hört aufmerksam zu
Henry Helstein blickt zu Mederia und hört ihren Worten zu
Mederia Seerose: Einige Goblins, Orks... nichts, das einem Elben und seiner Familie wirklich gefährlich werden könnte.
Sakura Aries schaut nun zu Mederia und lauscht auch ihrer Geschichte
Mederia Seerose: Man treibt Handel mit den Elben des Eises und den Elben der Wälder.
Mederia Seerose: Aber sonst... lebt man sein Leben.
bis...
… bis ein Drache der Berge dort sich zu langweilen begann.
Immer nur Gemsen erschrecken, die Nachbardrachen bis ins nächste Gebirge zu jagen, mit den Winden zu fliegen...
... das reichte dem Drachen nicht mehr zum Zeitvertreib.
Susan Independent senkt den Kopf auf die umschlossenen Knie
Mederia Seerose: Die Elben kannten ihn.
Jahrhunderte lang war er nie mehr als der Herr des Nachbargebirges gewesen
Selten waren die Begegnungen mit ihm.
Egal Burger: Ein gelangweilter Drache.. die wissen auch nicht immer was mit ihrer Zeit anzufangen *denkt er und schmunzelt leicht für sich*
Mederia Seerose: Doch nun begann er sein neues Spiel zu entwickeln...
Mederia Seerose nickt Mahtan zu.
Mederia Seerose: Er nannte es "Elbenschrecken".
Mederia Seerose: Immer wieder verließ er seinen Hort hoch oben im Gebirge, um über die Steppe zu streifen und die Elben aufzusuchen.
Deshirelle Despres verzieht unwillkürlich ihr Gesicht und blickt sehr ungehalten bei Mederias Erzählung.
Henry Helstein denkt an die Drachen welche schon des öfteren in den Elbenlanden waren
Mederia Seerose: Um ihre Pferde zu verjagen...
... Elben zu greifen und Dutzende von Meilen wieder freizulassen...
Susan Independent wiegt sich ein wenig mit geschlossenen Augen
Mederia Seerose: ... Rinder zu jagen, die die Nahrungsgrundlage der Elben dort sind.
Niamh Wrydan 's Lächeln wird breiter, als sie Su beobachet
Egal Burger erblickt Nefru, nickt ihr zu und deutet ihr an sich doch dazu zu setzen.
Mederia Seerose: Er wurde langsam immer mehr zum Ärgernis. *lächelt dabei Nefru zu*
Susan Independent sitzt ganz entspannt auf dem Waldboden, die Knie mit den Händen umschlossen und den Kopf auf den Knien ruhend.
Mederia Seerose: Und so wehrten sich die ersten Elben gegen den Drachen...
Die Steppenelben mögen nicht die mächtigsten Zauberer dieser Welt sein... aber auch sie verstehen es, ihre Macht zu bündeln.
Nefru Ampan hört das Wort Drachen und bekommt große Augen.
Mederia Seerose: Man kam zusammen, um zu beraten, was geschehen solle.
Noch hatte es keine Toten gegeben, wenn auch Verletzte.
Die Beratung ging über Tage und es war schwer, einen gemeinsamen Ratschluss zu finden.
Rubylein Robinson: Zum Glück… *und lauscht weiter*
Egal Burger beißt sich noch ein Stück des geräucherten Fisches ab
Mederia Seerose: Man wusste wenig über den Drachen an sich... wenig über Drachen allgemein... und Drachentöter gab es in ihrer Geschichte nicht.
Nefru Ampan legt den Kopf schief und betrachtet Mederia genauer
Mederia Seerose: Von dem Vorschlag ihn auf alle Zeiten in Schlaf zu versetzen, ihn zu vergrämen und zu vertreiben bis ihn zu töten...
… die Vorschläge gingen weit auseinander.
Da erhob sich eine Elbin.
Susan Independent bettet ihren Kopf auf den Knien leicht um.
Mederia Seerose: Sie war ungebunden, hatte keine nahen Verwandten und war doch allen herzlich zugetan.
"Lasst mich zum Drachen gehen", sagte sie.
"Ich habe meine Zeit damit verbracht, unsere Lieder zu lernen, unsere Geschichten zu erzählen und neue zu erfinden."
Egal Burger denkt eine mutige Elbin
Mederia Seerose: "Vielleicht gelingt es mir, den Drachen von uns und unserer Steppe abzulenken."
Mederia Seerose: "Heißt es nicht, Drachen würden sich gerne Vorleserinnen halten?"
Nefru Ampan flüstert leise: Rakhenda
Mederia Seerose schüttelt den Kopf.
Mederia Seerose: Und auch wenn es unter den Elben keine nahen Verwandten dieser Elbe gab, war man nicht erfreut, eine Elbe dem Drachen zu überlassen.
Mederia Seerose: Aber sie war beredt und ihren Argumenten und ihrer Überzeugungskraft beugte sich schließlich die Versammlung.
Man ließ sie gehen.
Sie packte nur ein Buch, ein Gewandt und eine kleine Steppenblume ein.
Und ging.
Durch die Steppe begleitete sie ihr Pferd, doch am Rande des Gebirges schickte sie auch dieses nach Hause.
Alleine stieg sie über die Pfade der Gebirgsvölker, Goblins und Gemsen, immer höher.
Karg wurde es um sie herum und kühl.
Egal Burger: sicher ein beschwerlicher Weg *flüstert*
Mederia Seerose: Sie war es nicht gewohnt zu klettern, auf kaltem, harten Fels zu gehen, aber sie ließ nicht nach, bis sie nach Tagen das Hochgebirge erreichte.
Sweetgwendoline Bailey dreht sich leicht, lässt sich auf dem Rücken in das weiche, mit Laub bedeckte Moosgras sinken und blickt in den Sternenhimmel, Mederia lauschend
Mederia Seerose: Der Drache, er hatte sie längst gesichtet, und machte ein Spiel daraus, sie zu beobachten.
Deshirelle Despres richtet sich wieder etwas auf und folgt wie gebannt Mederias Geschichte.
Mederia Seerose: Er versuchte gar, sie zu verschrecken, aber sie stand nur da und schaute ihm entgegen.
Sakura Aries sieht zur Seite zu Gwen und grinst, als sie sich ins Laub legt, hört dann aber wieder den Worten von Mederia zu
Mederia Seerose: Und etwas... hielt ihn davon ab, sie von den steilen Pfaden zu stürzen... oder sie gar mit seinem Feuer zu verbrennen.
So erreichte sie die Höhle, seinen Hort.
Er wartete auf sie und er soll gesagt haben: "Ausdauernde Sklaven sind mir willkommen, Elblein."
Egal Burger muss schmunzeln
Mederia Seerose: Sie nickte dazu, widersprach nicht und richtete sich in seinem Hort ein.
Er war neugierig, und er verbrachte in den nächsten Monden viel Zeit in der Nähe des Hortes, um sie zu beobachten.
Deshirelle Despres bemerkt mit ernstem Gesichtsausdruck Mahtans Schmunzeln Winken
Mederia Seerose: Er gab ihr allerlei Aufgaben auf zu tun... sein Gold zu putzen, seine Juwelen zu polieren, seine Bücher zu sortieren.
Sie war erstaunt über die Menge an Schriften, die der Drache gehortet hatte und aufgrund seiner Größe gar nicht lesen konnte.
Und sie las ihm vor.
Er hörte zu.
Nefru Ampan schüttel den Kopf bei Mederias Geschichte
Mederia Seerose: Immer mehr Zeit verbrachte er bei ihr, der Elbe.
Henry Helstein: streckt seine Glieder etwas und genießt die wohltuende Wärme des Feuers, weiterhin Mederias Worten lauschend
Mederia Seerose: Nie widersprach sie ihm, nie begehrte sie gegen seine Befehle auf, immer war sie freundlich.
Irgendwann fragte er sie: "Hast du keinen eigenen Willen, Elblein?"
Egal Burger wartet gespannt was die Elbin wohl erwiderte
Mederia Seerose: Sie lachte und sagte: "Oh, doch. Ihr tut, was ich möchte, merkt Ihr es nicht?"
Er schüttelte den Kopf und musterte sie, dachte lange nach.
Sakura Aries denkt sich nur "Eine wirklich weise Elbe"
Mederia Seerose: Dann fragte er: "Was... willst du?"
"Dass die meinen in Frieden vor Eurer Langeweile leben können und es Euch dennoch gut geht."
Der Drache richtete sich auf, blickte von hoch oben auf die Elbe herab, die zu ihm hinaufschaute.
Seine Augen glühten, sein Atem war heiß.
Dann....
... als die Elbin nicht wich...
... beugte er seinen Kopf zu ihr.
Egal Burger schaut gespannt mit offen stehendem Mund
Mederia Seerose: Und er flüsterte: "Ja... was kann ein Drache gegen solch eine Elbe tun?"
Mederia Seerose lächelt.
Sakura Aries ist fasziniert von der Elbe
Mederia Seerose: Sie blieb bei ihm.
Jahrhunderte haben sie inzwischen miteinander verbracht.
Rubylein Robinson: Eine starke Frau.. und sehr weise
Mederia Seerose nickt.
Egal Burger: Und aufopfernd
Mederia Seerose lächelt nachdenklich.
Mederia Seerose: Das ist sie. Und wenn sie auch manchmal sehr einsam ist... sie liebt ihn, das weiß ich.
Deshirelle Despres blickt nachdenklich zu Mederia
Mederia Seerose: Auch diese Geschichte geht noch weiter... aber vielleicht ein ander Mal, ja?
Nefru Ampan schüttelt wieder den Kopf
Egal Burger nickt und denkt über die Geschichte nach
Rubylein Robinson: gerne
Henry Helstein schaut zu Mederia und fragt sich von welcher Elbe sie wohl berichtete.
Verfasst am: 31.10.2010, 10:16
Mederia steht vor dem Durchgang auf den kleinen Balkon und schaut hinaus. Nebel liegt über dem Bergwald, Regen fällt. Die Elbe lehnt sich gegen den Stützbalken und atmet die kühle, frische Luft ein. Orchidee klingelt, verschlafen neben ihr in der Luft hängend, und reibt sich die Augen.
„Herbst“, sagt Mederia, „der Winter kommt früh.“ Sie setzt leise hinzu: „Die Nacht der Lebenden Toten nennen manche Völker die nächste Nacht. Wenn das Licht weicht und die Dunkelheit kommt, dann stehe die Grenze zum Totenreich offen.“
Sie hebt die Hand und öffnet sie. Auf ihrer Handfläche liegt ein vielfach facettierter Stein, in allen Farben des Regenbogens glänzend, so groß wie ein Taubenei.
„Was meinst du, Orchidee? Ich würde sie gerne ein paar Dinge fragen.“
Die Fee gähnt und schüttelt klingelnd den Kopf.
Mederia lächelt. „Ja, wahrscheinlich.“ Sie schiebt den Stein in einen Beutel an ihrem Gürtel und schließt sorgsam das Lederband.
Orchidee streckt die Hände in den Regen und fährt sich murmelnd und klingelnd durch das Gesicht und die Haare, wispert dabei.
Die Elbe lacht. „Nein, das kann ich mir von Bragg auch nicht vorstellen.“
Sie seufzt und blickt mit zusammengezogenen Brauen in den Regen. Orchidee landet auf Mederias Schulter und setzt sich und stützt das Kinn in ihre Hände, seufzt. _________________
Mederia |
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